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Berufsinteressen von Kindern ändern sich

20. Juli 2018 • Familie & Freizeit

Hamburg – Baggerfahrer oder Astronaut: Manchmal wissen Kinder schon früh, was sie später einmal werden wollen. Doch oft haben die Interessen in jüngeren Jahren wenig mit denen im Erwachsenenalter zu tun, sagt Aljoscha Neubauer, Professor für Persönlichkeitspsychologie an der Universität Graz.

Deshalb sollten Eltern Gelassenheit zeigen, wenn es um die Berufswahl des Nachwuchses geht. Das gilt insbesondere für jüngere Kinder. Zumal sich Begabungen meist erst in der Pubertät final ausprägen, sagt Neubauer.

Wenn Kinder eine bestimmte Begabung haben, müssen sie in diesem Bereich häufig weniger Zeit in Lernen, Üben und Trainieren investieren – ein Vorteil, wenn es um die Berufswahl geht. Deshalb empfiehlt Neubauer, bei der Berufswahl mehr nach der Begabung statt nach dem Interesse zu gehen. Besteht in zwei Gebieten jedoch eine vergleichbare Begabung, sollte das Interesse ausschlaggebend sein.

Neubauer rät Eltern deshalb, wenn Kinder etwa 13 oder 14 Jahre alt sind, mehr auf deren Begabungen als auf deren Interessen zu achten – und diese gezielt zu fördern. Grundsätzlich haben messbare Begabungen oft einen bedeutsamen genetischen Anteil. Talent entwickeln Kinder jedoch nur, wenn es förderliche Umwelteinflüsse gibt.

Eltern können Kindern Angebote machen, sollten es aber nicht übertreiben. Ein wichtiger Aspekt dabei: Häufig haben Menschen bei den eigenen Begabungen eine Art blinden Fleck. «Freunde – ja sogar Fremde – können uns manchmal besser erkennen als wir uns selbst», erklärt er. Hilfreich sind Einschätzungen von außen zu den Stärken des Kindes.

Fotocredits: Sebastian Gollnow
(dpa/tmn)

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