Die natürliche Ordnung scheint beim Anblick eines Fuchses, der es sich im Kanzleramt gemütlich macht oder bei einer Ente, die auf dem Balkon eines Hochhauses nistet, irgendwie aus den Fugen zu geraten. Jedoch sind solche Szenen in der Deutschen Hauptstadt gar nicht so außergewöhnlich wie die meisten von uns denken. "Berlin besitzt mehr Artenvielfalt als andere Städte", sagt Naturfotograf Florian Möllers, der für die Ausstellung im Naturkundemuseum eigene Fotostrecken zusammengestellt hat. Die Geschichte der Teilung und die starke Zerstörung habe viele Stadtbrachen hinterlassen, die einen Lebensraum für Tiere bieten. Auch der Wald- und Wasserreichtum sowie die hohe Zahl an Naturschutzgebieten haben dazu geführt, dass sich viele seltene Tiere in Berlin ansiedeln, erklärt der Fotograf.
Zunehmende Biodiversität in Großstädten
Da die natürlichen Lebensräume für Tiere auf dem Land durch die veränderten Produktionsformen verloren gehen, nimmt die Biodiversität in der Stadt zu, erklärt Ausstellungskurator Uwe Moldrzyk. Jedoch kann das Zusammenleben von Mensch und Tier auch mit Konflikten verbunden sein: Vor allem das nicht selten zu beobachtende, gut gemeinte Füttern wilder Tiere mit falschen Nahrungsmitteln, kann zu Krankheiten führen.
Lebensräume in der Stadt erhalten
Die Ausstellung soll gleichzeitig ein Appell an die Politik sein, Lebensräume in der Stadt zu erhalten. Denn wenn sich wilde Tiere in Berlin wohl fühlen, sei die Hauptstadt auch ein guter Platz für Menschen. Noch bis zum 26. Februar 2012 kann man sich die Ausstellung im Naturkundemuseum anschauen. (rma)

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