Die wirklichen Umstände des innerparteilichen Umsturzes bei der SPD sind mit all ihren Details bisher nicht an die Öffentlichkeit gelangt. Dies könnte sich aber am kommenden Donnerstag ändern, wenn Kurt Beck seine Biographie „Kurt Beck. Ein Sozialdemokrat“ veröffentlicht. Denn diese hat er kurzfristig noch um einige Zeilen erweitert, in denen er sich näher zu den Umständen seines Sturzes äußert.
Die Bild-Zeitung veröffentlichte auf ihrem Online-Portal schon erste Auszüge des Buches, wo Kurt Beck insbesondere Franz Müntefering hart kritisiert. „Unser Verhältnis ist natürlich nicht unproblematisch. Unser Politikstil, die Art, Machtfragen zu klären, sind schwer vereinbar. In der Zeit, als Franz Müntefering Vizekanzler war und ich die Partei führte, resultierten gewisse Schwierigkeiten daher, dass er sehr darauf bedacht war, sich in der Bandbreite des Koalitionsvertrags zu bewegen. Es war schwierig, mit ihm Perspektiven zu erarbeiten, die darüber hinausreichten ...“, so Beck in seiner Biographie.
Aber auch mit sich selbst geht Beck hart ins Gericht und gesteht Fehler ein: „Im März 2008 ist mir ein schon oft eingestandener Fehler unterlaufen. Nach den Landtagswahlen in Niedersachsen hatte sich herausgestellt, dass die Linke doch in die Landtage wichtiger westdeutscher Flächenländer einziehen konnte. In dieser Krise habe ich durch die Ankündigung einer richtigen Konsequenz zum falschen Zeitpunkt meine bis dahin vorhandene Chance eingebüßt, selbst als Spitzenkandidat der SPD in den Bundestagswahlkampf zu ziehen.“
Kurt Beck. Ein Sozialdemokrat, Pendo-Verlag, 208 Seiten, 19,90 Euro (riw)

Keine Kommentare


.jpg)
.jpg)
.jpg)

Drucken
Versenden


zum Bildarchiv




mehr Schlagzeilen





Kommentar schreiben