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Auch Eltern können mal das Handy weglegen

20. April 2019 • Familie & Freizeit

Berlin – Es vibriert, piept oder brummt – und Mama zuckt, um sofort zu schauen, wer was geschrieben hat. Auch von Papa kennen es die Kinder nicht anders. «Dabei sollten sich Eltern nicht ständig in ihrem Tun und Handeln vom Smartphone unterbrechen lassen.

Genau diese Angewohnheit können sich Kinder abschauen – schneller als den Eltern lieb ist», sagt Kristin Langer von der Initiative «Schau hin! Was Dein Kind mit Medien macht». Der Mediencoach weiß: «Je jünger die Kinder sind, desto mehr hängt ihr Medienkonsum davon ab, was ihre Eltern ihnen vorleben.»

Langer nennt ein Beispiel: «Sitzt etwa ein Elternteil neben dem Kind, um bei den Mathe-Hausaufgaben zu helfen und ist aber nur mit einem halben Auge oder Ohr dabei, bleibt bei dem Kind hängen «Okay, Mathe ist nicht wichtig und auch ich bin unwichtig.»»

Deshalb sollten in der Familie Handy-Regeln gelten. Eine könnte sein: Beim Essen haben alle Smartphones Pause und kommen in ein anderes Zimmer. Besser ist es auch, wenn Smartphones nachts außerhalb des Schlaf- oder Kinderzimmers aufbewahrt werden. «Bewährt hat sich, eine Ladestation für die ganze Familie etwa im Flur einzurichten», sagt Kristin Langer.

Nicht nur innerhalb der Familie ist es wichtig, einen Sozialkodex einzuhalten: «Wenn wir uns mit anderen Leuten treffen, hat das Smartphone Pause!» Kinder und Jugendliche sind sehr aufmerksam im Beobachten und denken schnell, das permanente Hängen am Handy sei so etwas wie ein Erwachsenen-Kodex, sagt Langer.

Dabei hat die Medienpädagogin bereits die Erfahrung gemacht, dass es Kinder oft sehr merkwürdig finden, wenn ihre Eltern gar nicht mehr anders können. Gerade Teenager, die die erste Phase der Smartphone-Faszination überwunden haben, würden sich viel bewusster für und gegen Zeiten der Nutzung entscheiden.

Auf der Webseite
mediennutzungsvertrag.de gibt es Vorlagen, um die Absprachen zur Mediennutzung in der Familie schriftlich festzuhalten, wahlweise für Eltern mit Kindern im Alter zwischen 6 und 12 Jahren oder darüber. «Das sorgt auf beiden Seiten für mehr Verbindlichkeit», so Langer.

Fotocredits: Patrick Pleul
(dpa/tmn)

(dpa)

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