
Abschiebehaft für Minderjährige in der Kritik
Quelle: ddp / Thomas Lohnes
Behörden fühlten sich nicht zuständig
Pro-Asyl-Europareferent Karl Kopp sagte: "Der Tod des Jugendlichen zeigt, dass alle kinderrechtlichen Sicherungen in Hamburg ausser Kraft gesetzt wurden." Die Behörden hätten nach Ansicht der Organisation europäische Regeln zur Zuständigkeit von Asylsuchenden wichtiger genommen als das Kindeswohl und das Leben eines Schutzsuchenden.
Nach Angaben einer Sprecherin der Justizbehörde in Hamburg seien die Selbstmord-Absichten des Georgiers nicht erkennbar gewesen. Er hatte zudem Kontakt zu Psychologen. Seinen Antrag auf Asyl soll der Osteuropäer in Polen gestellt haben, danach reiste er illegal nach Deutschland ein. Die deutschen Behörden fühlten sich deshalb nicht zuständig und wollten den 17-Jährigen nach Polen abschieben.
Pro Asyl kritisierte, dass Kinder und Jugendliche nicht ins Gefängnis gehörten und nicht wie Stückgut durch Europa verschickt werden dürften.
(hkn / ddp)

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