
Bei dem Flugzeugunglück in Madrid sind 153 Menschen in den Flammen ums Leben gekommen.
Quelle: dpa
Kurz nach dem Unglück wurde der gesamte Flugverkehr gestoppt und zahlreiche Einsatzwagen mit Rettungssanitäter fanden sich am Unglücksort ein, um die Insassen aus der Maschine zu retten. Hubschrauber kreisten über dem Gelände und versuchten die nicht enden wollenden Rauchschwaden zu löschen. Wie Rettungshelfer vor Ort berichteten, ist die Maschine von Spainair in mehrer Teile zerbrochen und war völlig ausgebrannt. "Das Wrack war total verkohlt und voller Leichen. Da sah nichts mehr wie ein Flugzeug aus", sagte einer der Helfer.
Um wirklich herauszufinden, wie es zu dem Unfall kam, wurde der Flugschreiber sichergestellt, der zur Aufklärung des Todesfluges beitragen soll. Nach Medienberichten soll scheinbar ein Triebwerk kurz nach dem Start Feuer gefangen haben, aber bislang gibt es noch keine genauen Hinweise zu dem Unglück. Zudem wird vermutet, dass der Pilot möglicherweise eine zu hohe Geschwindigkeit erreicht hatte und es vermutlich zu spät war, um den Start abzubrechen.
Fest steht jedoch, dass die Maschine vom Typ McDonnell Douglas MD-82 noch während der Startphase über die Landebahn hinausschoss, kollidierte und dann unmittelbar in Flammen aufging. Geplant war, dass die Maschine um 13.00 Uhr abheben sollte, aber wegen technischer Probleme wurde der Start zeitlich verschoben. Etwa um 14.45 Uhr raste das Flugzeug über die Landebahn hinaus und ging in Flammen auf.
Ob sich an Bord des Flugzeugs tatsächlich deutsche Passagiere befanden, ist noch nicht bewiesen. Es wird allerdings davon ausgegangen das vier der Insassen wirklich aus Deutschland waren, die ihre Tickets von der Lufthansa ausgestellt bekam, sowie drei weitere Fluggäste. Die deutsche Airline und Spainair sind gemeinsam in der Star Alliance und haben ein Airline-Bündnis. Fest steht, dass vier deutsche Personen Tickets für die zerstörte Maschine hatte, aber noch ist ungewiss, ob sie wirklich an Board waren als das Unglück passierte.
Mitarbeiter der deutschen Botschaft befinden sich vor Ort in Madrid, um Informationen über die deutschen Passagiere zu bekommen. Die Lufthansa hat zudem psychologische Betreuer zum Flughafen gesandt, so dass den Angehörigen der Todesopfer so gut wie möglich Beistand geboten werden kann. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bereits gegenüber dem spanischen Ministerpräsidenten ihr Beileid ausgesprochen und äußerte, wie schockiert sie über die Katastrophe am Flughafen sei.
Die Fluggesellschaft Spainair, die auch Partner der Lufthansa ist, soll sich seit einiger Zeit in einer wirtschaftlichen Krise befinden und suchte bisher vergebens nach einem Käufer. Wie bekannt wurde, war die Unglücksmaschine 15 Jahre alt, aber die alljährliche Inspektion wurde vorgenommen und es schien keine Beanstandungen zu geben.
Im Jahr 1983 war es auf dem Flughafen von Madrid das letzte Mal zu zwei verheerenden Unglücken mit Todesopfern gekommen. Im November des Jahres war ein riesige Passagierflugzeug von Line Avianca (Kolumbien) bei der Landung abgestürzt und es gaben 181 Menschen ums Leben. Nur einige Tage später kam es auf dem Flughafen erneut zum tragischen Unglück gekommen, als zwei Maschinen im neben zusammen geprallt sind. Dabei starben 93 Insassen der Maschinen. (slm / dpa)



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